Bauen und Wohnen: Ein politisches Top-Thema für 2022

In Berlin ist gerade die neue Regierung vereidigt, da steht in Nordrhein-Westfalen bereits die nächste Wahl ins Haus. Fest steht: Auch 2022 kommt auf Wohneigentümer eine spannende Zeit zu.

Panoramaansicht des Bundestages Berlin  © frank peters – stock.adobe.com
Im Bundestag wurde die neue Regierung vereidigt. Auf Eigentümer kommen spannende Zeiten zu. 

Bauministerium ein starkes Signal

Das politische Jahr 2021 endet mit einem „Epochenwechsel“ – so zumindest wollen die Architekten der Ampel-Koalition den nun vollzogenen Regierungswechsel verstanden wissen. Tatsächlich haben sich SPD, Grüne und FDP für die kommenden Jahre viel vorgenommen. Das Thema Bauen und Wohnen wird ein Top-Thema der neuen Regierung. Erstmals seit 1998 hat Deutschland wieder ein eigenständiges Bauministerium. „Ein starkes Signal!“ – findet unser Bundesvorsitzender Manfred Jost.

Neue Ideen für mehr Wohneigentum

Die Koalitionäre versprechen außerdem, es mehr Menschen zu ermöglichen, im selbstgenutzten Eigentum zu wohnen. Das ist eine Ankündigung, an der sich die neue Bundesregierung messen lassen muss. Damit Deutschland bei der Eigentumsquote vielleicht die rote Laterne abgibt, will die Ampel „eigenkapitalersetzende“ Darlehen anbieten und Schwellenhaushalte mit Tilgungszuschüssen unterstützen. Das klingt gut – wird allein aber noch nicht reichen. Die Förderung des Eigenheims als immerhin beliebteste aller Wohnformen darf die Regierung jedenfalls nicht als Konkurrenz zu ihrem Ziel des jährlichen Baus von 400.000 neuen Wohnungen verstehen.

Landtagswahl: Wird die Grunderwerbsteuer abgeschafft?

Eine weitere Ankündigung aus dem Koalitionsvertrag: Den Ländern soll endlich die Möglichkeit eingeräumt werden, Eigenheim-Käufer von der Grunderwerbsteuer zu befreien. Das lässt aufhorchen, wirft das politische Jahr 2022 doch seine Schatten voraus: Kurz vor Weihnachten kündigen CDU und FDP im nordrhein-westfälischen Landtag an, in 2022 als Zwischenlösung einen Teil der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber erstatten. Sobald der Bund einen Freibetrag ermögliche, wolle man diesen einführen. Nicht vergessen darf man dabei: Im Mai wird in NRW neu gewählt – womöglich ist also nicht mehr die aktuelle Landesregierung für die Einführung eines Freibetrags zuständig. Die Abschaffung der Grunderwerbsteuer für Eigenheim-Käufer dürfte damit zum heißen Thema für den Wahlkampf werden.

Auch der Streit um Straßenausbaubeiträge könnte mit der Landtagswahl noch einmal Fahrt aufnehmen. Wir fordern seit Langem: Die finanzielle Beteiligung von Grundstückseignern bei Straßen-Sanierungen muss abgeschafft werden! Viel zu oft müssen Eigenheim-Besitzer mit den Beiträgen die Zeche dafür zahlen, dass Städte ihre Straßen nicht ordentlich instandgehalten haben.

Klimaschutz im Eigenheim: Was kommt?

Ein anderes Thema verliert auch 2022 nicht an Aktualität: Der Klimawandel. Es kommt einiges auf Eigenheimbesitzer zu. Die neue Bundesregierung stellt viele Anforderungen an neue und auch bestehende Häuser. Sie stellt aber auch spannende Förderungen in Ausblick. Und wie sieht es in Nordrhein-Westfalen aus? Eine Kappung der Landesförderprogramme für energieeffizientes Sanieren dürfte sich eigentlich keine Partei erlauben. Aber mit einer neuen Legislaturperiode könnten auch neue Förderprogramme kommen. Ob diese besser als die bestehenden sind, wird sich zeigen. Es bleibt also spannend.

Das gilt übrigens auch für einen bisherigen Kooperationspartner des Verband Wohneigentum – die EnergieAgentur.NRW. Seit 30 Jahren hat die Agentur Kompetenz und Wissen rund um das Thema Energie gesammelt. Dabei stand sie Hauseigentümern mit hilfreichen Tipps und Infos zu Förderungen bei Themen wie Heizen, Dämmen oder Energiesparen zur Seite. Zum Ende des Jahres hat das Land NRW die Agentur jedoch geschlossen. Ihr Nachfolger – die Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate – wird erst ab Januar aufgebaut. Wer die neuen Ansprechpartner sind und welche Beratung private Hauseigentümer von ihr erwarten dürfen, wird sich also erst im in Zukunft zeigen. Sie sehen: 2022 wird so oder so ein spannendes Jahr für Eigentümer.