Beim Einbruchschutz nicht nachlassen

Die Zahl der Einbruchsversuche ist im letzten Jahr gesunken. Doch dies ist kein Grund, sich bequem zurückzulehnen. Machen Sie es Einbrechern so schwer wie möglich.

Einbruchschutz  © sdecoret – stock.adobe.com
Machen Sie es Einbrechern so schwer wie möglich. 

Nachdem die Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche in den vergangenen Jahren nur einen Weg kannte – nämlich nach oben - gab es im letzten Jahr erstmals eine leichte Entspannung. Laut der aktuellen Kriminalstatistik sind in NRW im vergangenen Jahr über 45.000 Einbrüche verübt worden – 2015 lag die Zahl noch bei über 62.000. Nach Angaben der Polizei hatte im vergangenen Jahr nur noch jeder zweite Einbruchversuch Erfolg. Dies wird u. a. auf die breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit zurückgeführt, die dazu beitrug, dass viele Menschen in mehr Sicherheit investiert haben.

Video zum Einbruchsversuch am Fenster

Beruhigt zurücklehnen?

Können wir uns nun also beruhigt zurücklegen? Keinesfalls, denn die Gefahr, Opfer eines Einbruchs zu werden, ist nach wie vor immens groß. Innerhalb unseres Bundeslandes gibt es bezogen auf die Zahl der Delikte regionale Unterschiede – ebenso gibt es unterschiedliche Tätergruppen. Das Täterspektrum reicht vom Drogensüchtigen bis zur organisierten Bande. Städte und Wohngebiete mit „guter Infrastruktur“ – sprich einer Anbindung an das Autobahn- oder Fernstraßennetz – sind stärker gefährdet als der ländliche Raum. Auch wenn die Schäden eines Einbruchs meist über die Versicherung abgedeckt sind, ist für viele Menschen das Eindringen in die Privatsphäre viel schlimmer als der finanzielle Verlust. Allein schon für ein besseres Gefühl lohnt es sich also, in Sicherheitstechnik zu investieren.

Sicherheit durch Nachrüstung

Wer gerade einen Neubau plant oder im Altbau seine Fenster und Türen durch neue ersetzen will, kann direkt bei der Bestellung auf hochwertige Sicherheitstechnik setzen. Moderne Türen haben meist eine Mehrfachverriegelung und Fensterbeschläge sind zumindest an den Ecken mit Pilzkopfverriegelungen ausgestattet. Bereits diese Maßnahmen machen Einbrechern das Leben schwer.

Doch in vielen Häusern sind noch Fenster und Türen eingebaut, die über keine wirksame Sicherheitstechnik verfügen. Meist reichen hier schon wenige Augenblicke, um solche ungesicherten Türen oder Fenster aufzuhebeln. Wie schnell dies geht, ist eindrucksvoll im Video der Firma ABUS zu sehen:

Um Einbrechern auch hier das Leben so schwer wie möglich zu machen, bietet sich der Einbau von Zusatzsicherungen an. Der Fachhandel sowie gute Baumärkte bieten entsprechende Lösungen an.

Einfache Handhabung ist wichtig

Damit man diese Zusatzsicherungen auch wirklich nutzt, müssen sie komfortabel und einfach in der Handhabung sein. Beim Tausch eines Türbeschlags ist die Sache noch recht simpel, denn der bestehende Beschlag wird einfach durch einen hochwertigen Schutzbeschlag mit Zylinder-Abdeckung, ersetzt. Solch ein Beschlag ist mit einer gehärteten Stahlplatte versehen, die jeden Aufbruchsversuch meist schon im Keim unterbindet.

Effektive Fenstersicherung

Die neuesten Generationen der Fenstersicherungen sind bereits vormontiert, sodass sie sich leichter einbauen und besonders komfortabel bedienen lassen. Je nach Sicherheitsbedürfnis, bietet der Handel zertifizierte Fenstersicherungen mit Einzel- oder Doppelriegel. Diese Sicherungen gibt es sowohl für die Griff- wie auch für die Scharnierseite. Wenn diese Sicherungen über gleichschließende Schlösser verfügen, erhöht dies nochmals den Komfort. Solche Zusatzsicherungen gibt es für Holz- und Aluminiumfenster sowie natürlich für Fenster mit Kunststoffrahmen. Auch bei Hebe- und Schiebetüren zur Terrasse oder bei Dachfenstern lässt sich leicht mit Nachrüstsicherungen der Einbruchschutz erhöhen.

Zuschüsse sichern

Übrigens sieht das aktuelle staatliche Förderprogramm finanzielle Zuschüsse zur Nachrüstung einbruchhemmender Produkte vor. Informationen finden Sie unter www.kfw.de. Dies gilt gleichermaßen für Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern oder Wohnungen, aber auch für Mieter, Eigentümergemeinschaften sowie Wohnungsunternehmen und -genossenschaften.