Skala misst Starkregenereignisse

Besonders in den Sommermonaten kommt es häufig zu starken Gewittern mit Starkregen. Ob ein Ereignis „extrem“ oder „moderat“ eingestuft wird, zeigt eine Starkregen-Skala. Diese hilft, Niederschlagsmengen einzuordnen.

Der Klimawandel schreitet unbestreitbar voran und unsere Erde heizt sich weiter auf. Nur eine Folge des Klimawandels sind extreme Wetterlagen mit lokalem Starkregen und Hagel – zunehmend in den Sommermonaten. Natürlich gab es starke Gewitter schon immer, doch hat die Häufigkeit zugenommen. Die Medien sprechen in dem Zusammenhang oft von „Jahrhundertregen“. Verbunden sind solche Wetterereignisse meist mit enormen wirtschaftlichen Schäden: entwurzelte Bäume, abgedeckte Dächer oder überflutete Keller und Gewässer, die über die Ufer treten.

Für viele Betroffene stellt sich in dem Zusammenhang natürlich die Frage, ob die Versicherung im Schadensfall greift. Die Emschergenossenschaft und der Lippeverband haben sich in den vergangenen Jahren exakt mit diesem Thema beschäftigt und als Ergebnis kürzlich eine sogenannte Starkregen-Skala vorgestellt.

Einstufung der Regenereignisse

Die Skala hilft, Regenereignisse zu klassifizieren. Dabei kann übrigens das kurze und starke Gewitter mit vielleicht 100 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter genauso als extremer Starkregen eingeordnet werden wie der ergiebige Dauerregen, bei dem die 100 Liter möglicherweise über mehrere Stunden verteilt niedergehen. Laut der Skala würde ein lang anhaltender Regen zwar als „moderat“ bezeichnet werden und sich farblich „im grünen Bereich“ bewegen, doch bezogen auf die Folgen würden die Experten auch hier eindeutig von Starkregen sprechen. Die Klassifizierung für unsere Region nehmen ab sofort die Experten der Emschergenossenschaft und des Lippeverbandes vor und informieren beispielsweise die lokalen Medien. Betroffene oder interessierte Bürger können sich aber auch direkt nach einem Starkregenereignis an die beiden Verbände wenden: www.eglv.de.

Frühere Ereignisse lassen sich neu einordnen

Mit dem Starkregenindex lassen sich übrigens auch frühere Ereignisse neu einordnen. So spricht der Index für die am 26. Juli 2008 in Dortmund gefallenen 114 mm Niederschlag pro Quadratmeter von einem „extremen“ Ereignis größer als 12 auf der Skala von 1 bis 12. Zum Vergleich: Der höchste seit dem Jahr 2000 in Duisburg gemessene Starkregenindex liegt nur bei 4 (stark) und resultiert vom 18. Juli 2004 (36,5 mm).

Definition Jahrhundertregen

Doch noch einmal zurück zum Jahrhundertregen und zur Bedeutung des Begriffes. Experten sprechen hierbei von einem Regenereignis, das tatsächlich so ergiebig und stark ist wie zuletzt vor hundert Jahren. Das Fatale daran ist, dass es bedingt durch den Klimawandel zuletzt in manchen Jahren gleich mehrere lokale Jahrhundertregen in nur einem Sommer gab. Und leider steht zu befürchten, dass die extremen Wetterereignisse weiter zunehmen.

Skalen für Naturereignisse

Zur Einordnung von Naturereignissen sind Indizes seit Langem etabliert. Die Stärke des Windes etwas wird nach der Beaufort-Skala gemessen – von 1 (Windstille) bis 12 (Orkan). Erdbeben werden nach der Richter-Skala mit kleiner 2 (nicht spürbar) bis 10 (extrem große Zerstörung) eingeordnet. Jetzt gibt es mit dem Starkregenindex eine Skala, mit der sich lokale Regenereignisse einordnen lassen.