Wenn „Open-Air-Geräusche“ krank machen

Der Sommer ist die Jahreszeit, in der viele Menschen ihre freie Zeit möglichst draußen in der Natur oder im heimischen Garten verbringen möchten. Zugleich ist der Sommer die Zeit von Open-Air-Veranstaltungen wie Kino, Beach-Party oder Straßenfest. Auch der Biergartenbesuch zum Abschluss einer Radtour ist für viele Menschen selbstverständlich. Wenn Anwohner in der Nähe von Veranstaltungsorten oder Biergärten leben, führt dies immer wieder zu Problemen, denn laut geht es oft auch noch nach 22:00 Uhr zu.

In den vergangenen Jahren hat die Zahl von Open-Air-Veranstaltungen überall zugenommen. Fast jedes Lokal und Restaurant verfügt heute über einen Biergarten. Der Betrieb eines Biergartens oder einer Veranstaltung ist grundsätzlich genehmigungspflichtig und mit Auflagen verbunden. Doch nicht immer werden diese Auflagen eingehalten und Konflikte sind somit vorprogrammiert. Darauf weist der Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen e. V. hin.

Lärm kann krank machen. Der Lärmschutz ist in Teil 6, §§ 47 des Bundesimmissionsschutzgesetzes – kurz BImSchG – geregelt. Zuständig für die Umsetzung und Einhaltung sind die Kommunen. Stehen beispielsweise „seltene“ Ereignisse von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung an, räumt der Gesetzgeber die Möglichkeit ein, Sonderregelungen umzusetzen. So aktuell bei der diesjährigen WM. Mit der Sonderregelung konnten Kommunen die Übertragung von Spielen auch nach 22:00 Uhr auf öffentlichen Plätzen oder in Biergärten erlauben.

Auflagen müssen eingehalten werden

Natürlich ist nicht jedes Fest und auch nicht jede Veranstaltung ein „seltenes Ereignis“. Der Grenzwert für Nachtgeräusche in Wohngebieten liegt laut Gesetzgeber bei 35 Dezibel. Zum Vergleich: Die Fahrgeräusche eines Lkw oder eines Motorrades liegen zwischen 90 und 100 Dezibel. Selbst bei einer leise geführten Unterhaltung werden schon bis zu 40 Dezibel erreicht.

Doch was können lärmgeplagte Anwohner tun, wenn es in ihrer direkten Umgebung fast täglich oder regelmäßig an den Wochenenden zu extremer Lärmbelästigung kommt? Und dies bis hinein in die späten Nachtstunden, oft in Verbindung mit ankommenden oder startenden Fahrzeugen? „Natürlich will niemand solche Aktivitäten unterbinden, denn Veranstaltungen unter freiem Himmel sind für alle besonders attraktiv. Für Wirte und Veranstalter sind sie gerade unter dem wirtschaftlichen Aspekt sehr interessant. Trotzdem müssen die gesetzlichen Auflagen eingehalten werden,“ meint Hans-Michael Schiller, 1. Vorsitzender des Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen e. V. Steigt die Belastung durch Geräusche auf ein Übermaß an, sollten sich lärmgeplagte Anwohner an das jeweilige Ordnungsamt ihrer Gemeinde wenden. Dort prüft man, ob die Auflagen eingehalten werden. Im Zweifelsfall lässt sich auch eine Lärmmessung anregen. Wenn solch eine Anfrage von einer Gemeinschaft erfolgt, sind die Aussichten auf einen schnellen Erfolg oft deutlich höher.

Weitere wertvolle Tipps rund um alle Wohnthemen erhalten Interessenten beim Verband Wohneigentum NRW e. V. – E-Mail: info@remove-this.wohneigentum.nrw.