Wer Grundstück und Immobilie getrennt kauft, spart Geld

Sehr gute Kreditkonditionen sorgen weiterhin für ein hohes Interesse am Immobilienmarkt. Doch die anhaltend hohe Nachfrage treibt zugleich die Preise für Grundstücke und Häuser in die Höhe – teilweise über zehn Prozent im letzten Jahr. Der Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen e.V. zeigt: Wer beim Bau einer Immobilie den Kauf des Grundstücks vom Bau trennt, kann Geld sparen.

Grundsätzlich zahlen Immobilienkäufer in Nordrhein-Westfalen derzeit fünf Prozent Grunderwerbsteuer. Als Bemessungsgrundlage hierfür dient der Kaufvertrag, indem häufig auch die mit dem Grund und Boden fest verbundenen Sachen – nämlich das bzw. die zu errichtenden Gebäude – enthalten und kalkuliert sind. So fallen zum Beispiel bei einer Kauf- bzw. Bausumme von 350.000 Euro ganze 17.500 Euro Steuern an.

Sofern aber der Grundstückskauf und der Bauerrichtungsvertrag kein einheitlicher Erwerbsvorgang sind, fällt die Grunderwerbsteuer nur für den Grundstückskauf-vertrag an. Bei einer angenommenen Kaufsumme von zum Beispiel 80.000 Euro für das Baugrundstück wären dies 4.000 Euro. „Der Bauherr könnte somit 13.500 Euro Grunderwerbsteuer sparen“, berichtet Detlef Erm, Justiziar des Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen e.V. „Zwar ist es verständlich, wenn sich Bauherren oder Baufamilien nicht auch noch mit dem Grundstückskauf beschäftigen wollen, doch angesichts der Tatsache, welche Summen sich hier sparen lassen, ist dies zumindest eine Überlegung wert.“, so Erm weiter.

Nach geeigneten Grundstücken Ausschau halten

Oft haben Bauherren eine ganz genaue Vorstellung davon, in welcher Gegend sie künftig wohnen möchten. In dem Fall lohnt es sich immer, gezielt Ausschau nach unbebauten Grundstücken zu halten oder sich in der Nachbarschaft nach den jeweiligen Eigentümern zu erkundigen. Manchmal ist es ratsam, die Bauberatung der städtischen Bauämter in Anspruch zu nehmen. Hier erhalten Interessenten konkrete Hinweise auf „Baulücken“, die geschlossen werden sollen.

Beim örtlichen Bauamt besteht die Möglichkeit, Einsicht in Flächennutzungs- und Bebauungspläne sowie in das Baulastenverzeichnis zu bekommen. Abklären sollten Kaufinteressenten ebenfalls, welche Art der Bebauung zulässig ist. Zur Ermittlung des Bodenwertes gibt es zudem Gutachterausschüsse, die zukünftige Bauherren beraten. In Nordrhein-Westfalen kann die Veröffentlichung der Bodenrichtwerte im Internet (www.boris.nrw.de) abgefragt werden.

Fazit: Es muss nicht immer unbedingt das schlüsselfertige Haus mit Grundstück sein. Manchmal lohnt es sich, Grundstückskauf und Bauerrichtungsvertrag zu trennen, denn damit lässt sich bares Geld sparen.