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Vorsicht vor dem Riesen-Bärenklau!

Herkulesstaude
Die Herkulesstaude hat sich in NRW weit verbreitet.

Grafische Darstellung des Wurzelstocks. Die gestrichelte Linie zeigt, an welcher Stelle der Vegetationskegel von der Pflanze getrennt werden sollte.

Der Riesenbärenklau oder auch Herkulesstaude breitet sich hierzulande seit einigen Jahren stark aus: Besonders entlang von Autobahnen, an Uferböschungen oder auf Brachflächen ist die Staude vermehrt zu finden.

„Die bis zu vier Meter hohen Pflanzen sind sehr imposant. Kommt man mit den Stauden (oder genauer gesagt mit dem Pflanzensaft) in Berührung, kann dies äußerst schmerzhaft sein. Die betroffene Haut zeigt nach einigen Stunden meist verbrennungsähnliche Schäden, teilweise mit Blasenbildung. Die betroffenen Hautstellen dürfen keinesfalls der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden“, warnt Philippe Dahlmann, Gartenberater beim Verband Wohneigentum NRW e.V.

Giftiger Pflanzensaft

Zu uns nach Europa kam die Pflanze in der Mitte des 19. Jahrhunderts aus dem Kaukasus. Aufgrund ihrer imposanten Größe und des attraktiven Blütenstandes fand sie damals als Zierpflanze in vielen Gärten Verwendung. Auch Imker bauten den Riesenbärenklau als Bienennährpflanze an. Die Giftigkeit ihres Pflanzensaftes wurde aber erst Mitte des letzten Jahrhunderts ernsthaft wahrgenommen.

Eine ausgewachsene Pflanze kann bis zu 50.000 Samen bilden. Die rasante Ausbreitung erfolgt oft über wilde Komposthaufen, direkte Aussaaten oder durch den Transport der Samen über Bach- und Flussläufe. Auch der Fahrtwind an Straßen und Bahntrassen trägt zur großflächigen Verbreitung bei.

Keine natürlichen Feinde

Da die Pflanze in unseren Breiten keine natürlichen Feinde besitzt, verdrängt sie zunehmend die heimische Flora und Fauna. Oft werden so ganze Ökosysteme zerstört. Doch zum Glück gibt es Möglichkeiten, um die Ausbreitung der Pflanzen zu verhindern, wie Philippe Dahlmann weiß: „Mit ein wenig Vorsicht lässt sich dies sogar ganz ohne den Einsatz von Herbiziden erreichen.“
Der Experte kennt mehrere Varianten. Zum einen lassen sich die Blütenstände entfernen. Allerdings muss diese Maßnahme zwei bis drei Wochen lang kontrolliert werden, denn die Pflanzen setzen oft „Notblüten“ an. Kommt eine Herkulesstaude nicht zur Blüte, setzt sie im Folgejahr erneut Blüten an.

Samenstände bis Ende Juli entfernen

Eine weitere Möglichkeit ist die Entfernung der Samenstände nach dem Verblühen. Allerdings dürfen die Samenstände nicht ausgereift sein, denn sonst fallen sie aus und verbreiten sich. Samenstände sollten über den Hausmüll entsorgt werden.
Am effektivsten ist jedoch das Aus- bzw. Abstechen der Pflanze. Im obersten Bereich bildet die Pflanze einen sogenannten Vegetationskegel, aus dem die Blätter und der Blütenstand austreiben. Der Rest ist reines Speichergewebe. Wird dieser Kegel in einer Tiefe von ca. 15 bis 20 cm von der Wurzel getrennt, verrottet der restliche Wurzelbereich. Die Zeit von Mitte bis Ende Juli ist ideal, um die Samenstände zu entfernen. Immer sollte darauf geachtet werden, den direkten Kontakt mit der Pflanze zu vermeiden!

Weitere Informationen zur Herkulesstaude finden Sie unter www.gartenberatung.de/stauden/Herkulesstaude


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