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Bäume und Sträucher ab März mit Bedacht schneiden

Schonzeit
Ein leichter Rückschnitt ist zwischen März und Ende September möglich, nicht aber ein Radikalschnitt.

Viele Eigenheim- und Gartenbesitzer sind aktuell verunsichert, ob sie ab März noch Bäume und Sträucher schneiden dürfen. Denn laut § 39, Absatz 5, des Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) dürfen Sträucher, Hecken und andere Gehölze zum Schutz der Tiere vom 1. März bis zum 30. September nicht mehr heruntergeschnitten werden. „Das Gesetz verbietet den sprichwörtlichen Radikalschnitt“, sagt Hans-Michael Schiller, Vorsitzender des Verband Wohneigentum NRW e.V.

Für den Schutz der Tierwelt

Laut Gesetz sollen Sträucher, Hecken und andere Gehölze im eigenen Garten zum Schutz der Tierwelt während der Brut- und Nistzeit nicht geschnitten werden, um die Aufzucht der Jungtiere nicht zu gefährden und um Nester oder Gelege nicht zu zerstören. Allerdings erlaubt das Gesetz auch in den Sommermonaten schonende Form- und Pflegeschnitte. Eine Ausnahme bilden hingegen behördlich angeordnete Fällungen, wenn beispielsweise die Verkehrssicherheit gefährdet ist.
„Wir unterstützen diese gesetzliche Regelung ausdrücklich, denn in unseren zunehmend verbauten Städten gehören Gärten oftmals zu den letzten Rückzugsorten für die heimische Tierwelt. Gerade viele Vogelarten sind in ihrem Bestand gefährdet, wie die aktuelle Vogelzählung zu Beginn des Jahres gezeigt hat. Von daher ist es wichtig, verbindliche Regeln für den Baum- und Strauchrückschnitt zu haben, um so einen Beitrag zur Stärkung unserer Fauna zu leisten“, so Hans-Michael Schiller weiter.

Kommunale Satzungen

Darüber hinaus haben viele Kommunen in NRW eine Baumschutzsatzung, die Haus- und Gartenbesitzer an gewisse Vorgaben im Umgang mit Bäumen und Sträuchern bindet. Die eine Gemeinde untersagt beispielsweise auch außerhalb der Schonzeit das Fällen oder radikale Zurückschneiden von bestimmten Gehölzen ab einem bestimmten Durchmesser. Andere Städte gehen hier großzügiger vor und unterscheiden beispielsweise nach Baumarten. Auch das Thema der Ersatzpflanzungen wird unterschiedlich gehandhabt. Verstöße gegen die Vorgaben der Kommune können empfindliche Geldbußen von im Zweifelsfall bis zu mehreren 10.000 Euro nach sich ziehen.
In jedem Fall empfiehlt der Verband Wohneigentum NRW e.V., sich bei geplanten Fäll- oder Rückschneidemaßnahmen an die örtlichen Fachämter wie beispielsweise das Grünflächen- oder Umweltamt zu wenden. Vielfach sind die kommunalen Baumschutzsatzungen aber auch im Internet veröffentlicht.


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