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Herbstlaub: Buntes Naturschauspiel oder Stein des Anstoßes?

Laubbeseitigung
Herübergewehtes Laub vom Baum aus dem Nachbargarten ist im Regelfall hinzunehmen.

Der Herbst ist die Zeit, in der sich die Blätter der Bäume verfärben und die Welt für eine kurze Zeit ein wenig bunter machen. Dann jedoch verlieren die Bäume ihre Blätter und das Laub verteilt sich über die Gärten. Damit ist oft ganz schnell Schluss mit Harmonie und Herbststimmung, denn das fallende Laub sorgt immer wieder für Ärger unter Nachbarn.

Baum gefällt – Laubproblem beseitigt: So einfach ist es nicht

Der eine Nachbar stört sich an überhängenden Ästen, der andere an den Laubmengen in seinem Garten. Nicht selten wünscht die eine Seite, dass die Bäume dauerhaft entfernt werden. Doch so weit wird es nicht kommen, wie der Verband Wohneigentum NRW e.V. weiß.
Selbst Bäume, die zu nah an der Grundstückgrenze stehen, müssen nicht einfach entfernt werden – sofern sie älter als sechs Jahre sind. Wie bei vielen anderen Dingen auch, wünscht der Gesetzgeber auch beim Herbstlaub eine gütliche Einigung unter Nachbarn. Das Problem jährlich wiederkehrender Laubfälle hat auch die ARAG aufgegriffen. Die Versicherung verweist auf den Landesgesetzgeber und das Nachbarschaftsgesetz, in dem die Grenzabstände aufgeführt sind. So muss in der Regel ein deutlicher Abstand zwischen Baum und Grundstücksgrenze bestehen, es sei denn, es handelt sich um einen „Grenzbaum“.

Blätter halten sich nicht an Grundstücksgrenzen

Natürlich ist jedem klar, dass Grundstücksgrenzen von herabfallenden Blättern nicht beachtet werden. In diesem Fall lässt sich unmittelbar aus dem Gesetz keine Lösung herauslesen. Wenn die Grenzabstände eingehalten wurden, die Äste nicht beeinträchtigend herübergewachsen sind (Überhang) und auch kein extremer Laubbefall vorliegt, wird man vor einem Gericht keinen Erfolg mit der Forderung haben, dass Bäume und Sträucher entfernt oder zurückgeschnitten werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die strittigen Bäume von einer Baumschutzverordnung erfasst sind.

Laubrente trotz abgelaufener Ausschlussfrist

Nur wenn der Laubabfall die Benutzung eines Grundstücks „wesentlich“ beeinträchtigt und nicht ortsüblich ist, müssen Äste abgesägt oder gar der Baum gefällt werden. Auch wenn die im Landesnachbarrechtsgesetz NRW vorgesehene Ausschlussfrist schon abgelaufen ist und deshalb ein Zurückschneiden oder Entfernen nicht mehr verlangt werden kann, obwohl die Bäume den Mindestabstand nicht einhalten, kann eine Laubrente zugesprochen werden. Das hat der Bundesgerichtshof in einem konkreten Fall (Urteil v. 27.10.2017 Az: V ZR 8/17) entschieden. Doch bis dahin ist es meist ein sehr weiter Weg.

Finanzielle Entschädigung durch Laubrente ist sehr selten

Im Regelfall ist das herübergewehte Laub also hinzunehmen (auch Nadeln, Tannenzapfen, Samen, Blüten). Und auch eine finanzielle Entschädigung für die alljährliche Beseitigung des Laubes werden Grundstückseigentümer von ihren Nachbarn nur in seltenen Fällen erstreiten können. Grundsätzlich sieht § 906 Abs. 2 des BGB eine solche Ausgleichszahlung vor, wenn das Maß des Zumutbaren durch eine wesentliche und ortsunübliche Beeinträchtigung überschritten wird.

Keine gute Idee: Laub zurück zum Nachbarn bringen

Keinesfalls gestattet ist es, das zusammengefegte Laub einfach auf dem Grundstück des Baumbesitzers zu entsorgen. Wer seinen Laubsauger oder -bläser einsetzt, sollte unbedingt die Gesetzeslage beachten und die vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten: werktags zwischen 13 bis 15 Uhr sowie zwischen 20 Uhr und 7 Uhr. Sonntags muss der Laubbläser ganz ausbleiben. Wer sich hiervon nicht abhalten lässt und erwischt wird, kann mit einer Geldbuße von bis zu maximal 50.000 Euro bestraft werden.


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