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Sturmschäden – Was ist versichert?

Sturmschaden
Welche Versicherung zahlt welchen Schaden?

Das Sturmtief Friederike sorgte vielerorts für ungemütliche Stimmung. Hausbesitzer sorgen sich um Schäden, die durch Sturmböen, Hochwasser oder Starkregen an Ihrem Haus entstehen können. Welche Versicherung kommt für welche Schäden auf?

Schäden an Dach, Fenster oder Keller können grundsätzlich etwas für die Wohngebäudeversicherung sein. Schäden am Hausrat – also alles, was sich im Haus befindet und nicht fest mit dem Haus verbunden ist und herausgetragen werden könnte – sind ein Fall für die Hausratversicherung. Entstandener Schaden durch Überschwemmung und Rückstau ist nur dann versichert, wenn zusätzlich die Absicherung bei Elementarschäden vereinbart ist. Nicht immer ist das der Fall. So reicht es nicht aus, wenn nur die Standardgefahren Feuer, Sturm/Hagel und Leitungswasser mitversichert sind. Schäden an Kraftfahrzeugen durch Überschwemmung und Hagel werden meist von der Kfz-Teilkaskoversicherung abgedeckt.

Mögliche Schäden durch Unwetter

  • Sturmschäden
    Für Sturmschäden haften beispielsweise Gebäude-, Hausrat- und Kaskoversicherungen. Allerdings: Stürmisch finden es die Versicherer erst ab Windstärke 8. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von 62 km/h. Hat der Sturm Ziegel und Dachpappe mitgehen lassen, müssen Sie dies nicht einzeln nachweisen. Nach den Versicherungsbedingungen reicht es aus, dass es vorher eine offizielle Sturmwarnung gegeben hat und auch Häuser in der Nachbarschaft beschädigt worden sind. Wurde Hausrat zum Spielball des Sturms, sind diese Schäden durch die Hausratversicherung nur abgedeckt, wenn sie während der Böen in einem Gebäude untergebracht waren und beschädigt wurden. Ausnahme: Antennen und Markisen, die einem Mieter gehören, außen am Gebäude angebracht sind und ausschließlich durch die Bewohner der versicherten Wohnung genutzt wurden.
  • Schäden durch umgestürzte Bäume
    Ist ein nachweislich morscher Baum umgestürzt und hat Haus oder Auto beschädigt, muss der Baumbesitzer oder seine Haftpflichtversicherung für den Schaden aufkommen. Meist stellt sich die Beweislage in einem solchen Fall als sehr schwierig dar, wenn dies durch einen Sturm passiert. Ist ein gesunder Baum umgefallen, gilt dies als „höhere Gewalt" ‒ und der Eigentümer haftet nicht für den Schaden.
  • Schäden durch Regen
    Überflutet Dauerregen Keller, beschädigt Wände und Inventar, hilft allein die Police gegen Elementarschäden. Denn Gebäudeversicherungen haften nicht für Schäden durch eindringendes Wasser. Allerdings: Bei diesem Zusatzschutz wird zumeist eine Selbstbeteiligung vereinbart – häufig in Höhe von zehn Prozent der Schadenssumme.
  • Schäden durch Blitzschlag
    Schlägt der Blitz direkt in ein Haus ein, kommt der Gebäudeversicherer für Schäden am Gebäude auf. Schäden durch Überspannung werden schon bei Spuren eines Blitzschlags an Sachen auf dem versicherten Grundstück oder am Gebäude ersetzt. Sonstige Schäden durch Überspannung, Überstrom oder Kurzschluss sind nur dann über die Gebäudeversicherung abgedeckt, wenn eine zusätzliche Überspannungsklausel vereinbart wurde. Dies gilt ebenso für die Hausratversicherung.
  • Schäden durch Hagel
    Sorgen faustgroße Hagel-Brocken für Schäden, beispielsweise an Dach, Wintergarten, Fenster oder Rollläden, dann tritt der Gebäudeversicherer ein. Trifft es Autos, dann haftet die Teilkaskoversicherung.
  • Schäden durch Schnee
    Bricht ein Hausdach unter der Schneelast, steht man finanziell nur mit einem zusätzlich zur Gebäudeversicherung abgeschlossenen Schutz gegen Elementarschäden gut da.

Elementarschäden versichern

Unwetter in der vergangenen Zeit haben gezeigt, wie wichtig versicherte Elementarschäden sowohl in der Wohngebäudeversicherung als auch in der Hausratversicherung sind. Dabei sollte man darauf achten, dass auch die Gefahr Rückstau mitversichert ist. Es kann überall passieren, dass durch Starkregen die Kanalisation die hohen Wassermassen nicht mehr verkraftet. Auch wenn man vom aktuellen Unwetter verschont geblieben ist, lohnt ein Blick in die Wohngebäude- und Hausratversicherungsbedingungen. Wer unsicher ist, kann seinen Versicherer anschreiben und sich den Versicherungsschutz schriftlich bestätigen lassen.

Unterscheidung von Hochwasser und Rückstau

Überschwemmung: Schäden entstehen dadurch, dass ein stehendes oder fließendes Gewässer über die Ufer tritt oder dass ein Grundstück durch starken Regen unter Wasser gesetzt wird.
Rückstau: Nach einem Starkregen kann die Kanalisation die große Regenmenge nicht mehr aufnehmen. Das Wasser sucht sich einen Ausweg und findet den im Keller der nächstliegenden Häuser oder gelangt durch sanitäre Einrichtungen in die Wohnung.

Was ist bei einem Schaden zu tun?

  • Den Schaden mindern, soweit möglich: Wenn einige Ziegel vom Dach geweht wurden, sollte man dieses notdürftig abdichten. Ist der Keller mit Wasser vollgelaufen, sollte schon mit dem Abpumpen begonnen werden.
  • Den Versicherer kontaktieren und nach Anweisungen zum weiteren Vorgehen fragen. Der Versicherer könnte beispielsweise sagen, dass der Versicherungsnehmer selbst einen Handwerker beauftragen soll. Es ist jedoch möglich, dass der Versicherer erst einen Regulierer vorbeischicken wird. Äußerungen des Versicherers sollten Betroffene sich unbedingt auch schriftlich geben lassen.
  • Schickt der Versicherer einen „Regulierer" vorbei, der sich den Schaden anschaut, müssen Versicherungsnehmer wissen, dass dies kein unabhängiger Gutachter ist.
  • Dokumentieren: Mit Fotos und/oder per Video Schäden möglichst detailliert festhalten. Vorerst keine beschädigten Sachen wegwerfen.
  • Reparatur und Beseitigung der Schäden: Um Ärger oder Missverständnisse mit dem Handwerker zu vermeiden, sollte der Auftrag so genau wie möglich erteilt werden. Es ist wichtig, den Auftragsumfang, den Ausführungstermin und die Vergütung verbindlich zu regeln. Achten Sie darauf, dass das schriftlich geschieht. Thema Kostenvoranschlag: Auch wenn die Zeit drängt, ist es sinnvoll, mehrere Kostenvoranschläge einzuholen. Diese sollten möglichst detailliert die Leistungen und benötigten Materialien enthalten.

Wenn der Versicherer den Vertrag kündigt

Nach Informationen der Verbraucherzentrale nutzen Versicherer in wichtigen Versicherungssparten, wie der Wohngebäudeversicherung, die Möglichkeiten der Vertragskündigung: Im Schadensfall wird den Versicherungsnehmern außerordentlich gekündigt oder sie bekommen die Kündigung zum Ablauf der meist einjährigen Versicherungslaufzeit. Nach einer Kündigung durch den Versicherer entsteht oft ein hoher Suchaufwand, um einen gleichwertigen Vertrag bei einem anderen Versicherer abzuschließen. Wenn ein Versicherer mit einer Vertragskündigung droht, sollten Betroffene versuchen auszuhandeln, selbst zu kündigen bzw. für kurze Zeit eine Selbstbeteiligung oder höhere Prämie zu akzeptieren. Das erleichtert die anschließende Vertragssuche.


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