Nisthilfen für Wildbienen

Bienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren der Menschheit. Mit dem Begriff „Bienen“ verbinden die meisten Menschen die sozial lebenden Honigbienen. Sie sind aber nur eine von weltweit mehr als 20 000 bisher (!) nachgewiesenen Bienenarten. Allein in Mitteleuropa gibt es rund 750 Wildbienenarten. In Deutschland etwa 560 Arten. Diese leben oftmals solitär und haben eine sehr große Bedeutung für die Bestäubung von Pflanzen.

 

Nisthilfen für Wildbienen aus Hartholz  © johnmerlin – stock.adobe.com
Einige Wildbienen Arten nisten in vorhandenen Hohlräumen  

Hohlraum-besiedelnde Wildbienen

Für die Wildbienen-Arten, die ihre Brutzellen in vorhandenen Hohlräume anlegen, können Sie leicht Nistmöglichkeiten schaffen. Zu diesen Arten zählen etwa 25 % der Wildbienen. Den eigenen Garten können Sie so um viele nützliche Insekten bereichern.

  • Holzarten: Verwenden Sie unbehandeltes, abgelagertes (ca. 1 bis 2 Jahre), entrindetes Hartholz (Ahorn, Akazie, Birke, Esche, Eiche, Obstbaumarten u.s.w.). Buchenholz neigt bei Feuchtigkeit zum Aufreißen. Nadelhölzer sind ungeeignet.
  • Bohrungen: Die Bohrungen müssen Durchmesser von 2 mm bis 9 mm haben. Die Lochtiefen sollten mindestens  5 - 10 cm betragen. Besser noch länger! Verwenden Sie qualitative gehärtete, scharfe Bohrer mit Senkspitze! Beim Bohren müssen Sie darauf achten, dass es nicht zur Rauchentwicklung kommt und dass Sie das Holz nicht durchbohren! Es darf nur eine Seite offen sein! Hinweis: Es wird nur in das Längsholz gebohrt! Nicht in das Stirnholz (siehe Bild) bohren, wie oft gezeigt!
  • Glätten: Nach dem Bohren müssen Sie die Lochränder glätten. Das können Sie mit Schmiergelpapier (Schleifpapier) oder einem Exzenterschleifer machen. Diese Arbeit wird viel zu oft vernachlässigt! Die Löcher müssen auch bei Pflanzenstängeln glatt sein!
  • Löcher reinigen: Das Bohrmehl müssen Sie gründlich entfernen, z.B. durch ausklopfen! Auch das Aussaugen mit einem Staubsauger ist möglich. Durch Ausblasen, z.B. mit einem Luftdruckgerät, ist die Reinigung am effektivsten!
  • Standort und Aufhängung: Hängen Sie die Nisthilfen windgeschützt und sonnig auf. An Haus- und Schuppenwänden ist die Nisthilfe durch Dachvorsprünge geschützt. Lochgänge müssen in der Waagerechten liegen und für die Tiere frei zugänglich sein. Hinweis: Die Nisthilfe können Sie durch ein kleines Brett (Regendach) schützen. Die Nisthölzer müssen das ganze Jahr am gleichen Standort und im Freien verbleiben.

Alternativen zu Nisthölzern

  • Hohle, gebündelte Pflanzenstängel wie Schilfhalme, Baumbusstängel oder Langstroh eignen sich ebenfalls als Nisthilfe. Hinweis: Diese werden waagerecht angebracht und sollten durch einen Maschendraht vor Vögel geschützt werden. Bringen Sie den Maschendraht im Abstand von etwa 5 bis 10 cm an. Eine Maschenweite von 30 x 30 mm ist empfehlenswert.
  • Auch Himbeer- und Brombeerruten für Bewohner markhaltiger Stängel können Sie anbringen. Sie sollten eine Länge von ca. 50 bis 100 cm haben: Hinweis: Diese werden einzel, senkrecht und ohne Kontakt zum Boden angebracht!

Wichtig: Wenn Nistmöglichkeiten vorhanden sind, müssen auch ausreichend Bienen-Nährpflanzen in der näheren Umgebung der Nistplätze sein! Dazu zählen verschiedene:

sowie ausreichend Baumaterial wie Lehm und Harz.