Rasen-Regeneration: So erneuern Sie Ihren Rasen

Eine alte, unebene Rasenfläche lässt sich unter Zuhilfenahme eines Vertikutierers mit recht wenig Aufwand erneuern. Mit unserer „Schritt-für-Schritt“-Anleitung ist das ganz einfach.

Ist Ihr Rasen uneben, von ungewünschten Kräutern durchsetzt und wirkt farb- und kraftlos? Dann ist es an der Zeit für eine Rasenregeneration! Die Rasenregeneration stellt eine Möglichkeit dar, den Rasen zu revitalisieren. Wir erklären die notwendigen Schritte und benötigten Werkzeuge für einen schönen und vitalen Rasen. Tipps zum richtigen Zeitpunkt, zur Wahl des Grassamens und zur Düngung runden die Anleitung zur Rasenregeneration ab.

Maschinen, Geräte und Werkzeuge für die Regeneration

1. Rasenmäher
2. Vertikutierer
3. Düngerstreuer und Dünger
4. Streuwagen und Saatgut
5. Sandiger Mutterboden
6. Rasensprenger oder Gießkanne
7. Harke
8. Schubkarre

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bei der Rasenregeneration sind verschiedene Arbeitsabläufe zu beachten, die wir Ihnen Schritt für Schritt erklären. Beginnen sollten Sie damit, vorhandene sogenannte Wurzelunkräuter zu entfernen. Erst danach wird der Rasen gemäht – und zwar auf der tiefsten Einstellung. Wenn Sie einen Rasenmäher ohne Fangkorb verwenden, müssen Sie das Schnittgut anschließend abharken.

Rasen scharf vertikutieren

Als nächstes wird „scharf vertikutiert“. Das bedeutet, dass die Messer bis in den Boden einschneiden. Dies ist ein Unterschied zum üblichen Vertikutieren, bei dem die Messer oberhalb des Bodens (nur in der Filzschicht) arbeiten.

Beim Vertikutieren fahren Sie die ganze Fläche einmal in Längsrichtung ab und harken danach das Material ab, wenn Sie einen Vertikutierer ohne Fangkorb verwenden. Wenn Sie sich das Abharken von Hand sparen möchten, können Sie auch mit einem Rasenmäher mit Fangkorb über die Fläche fahren.
Anschließend wiederholen Sie den Vorgang noch einmal und fahren mit dem Vertikutierer 90 Grad versetzt über die Fläche (also in Querrichtung).

Alte Rasengräser schwächen und neue Gräser fördern

Das tiefe Heruntermähen und das scharfe Vertikutieren soll die alten Rasengräser schwächen und ihnen die Konkurrenzkraft nehmen. So können die neuen Gräser besser keimen und wachsen.

Rasenfläche auf Unebenheiten kontrollieren

Nach dem Mähen und Vertikutieren kontrollieren Sie die Fläche auf Unebenheiten. Um Unebenheiten besser als mit dem bloßen Auge zu erkennen, können Sie auch eine Wiegelatte, eine lange Wasserwaage oder ein langes gerades Brett zur Hilfe nehmen. Unebenheiten gleichen Sie mit einem sandigen Mutterboden aus.

Rasenfläche düngen

Anschließend erfolgt eine Startdüngung. Besonderheit hier: Es werden spezielle – phosphorbetonte –Starterdünger empfohlen. Bei der Düngung müssen Sie gleichmäßig über die Fläche gehen. Zur Düngung sollten Sie unbedingt einen Streuwagen verwenden. Halbieren Sie die Düngermenge und gehen Sie einmal in Längs- und einmal in Querrichtung über die Fläche.
Bitte beachten: Im Unterschied zur Startdüngung sollte bei der regulären jährlichen Düngung  Phosphor immer den geringsten Wert der Elemente Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) aufweisen!

Rasen einsäen

Anschließend wird gesät. Als Saatgut sollten Sie auf Qualität setzen und eine Regelsaatgutmischung (RSM) verwenden. Bei Ansaaten im Hausgarten werden in den meisten Fällen Gebrauchsrasen-Spielrasen-Mischungen verwendet. Beachten Sie immer die Herstellerangaben bei der Ermittlung der benötigten Menge!
In der Regel liegen die Aufwandmengen bei etwa 25 Gramm pro Quadratmeter, die dann mit der Flächengröße multipliziert werden. So ermitteln Sie die korrekte Gesamtmenge.
Als Streuwagen für Rasensamen sollten Sie immer einen Kastenstreuer verwenden. Schleuderstreuer und die Ausbringung von Hand können zwar auch funktionieren, sind aber sehr windanfällig. Auch das Ausbringen der richtigen Menge ist mit einem Kastenstreuer einfacher.
Wenn Sie das Saatgut ausbringen, sollten Sie auf eine minimale Überlappung achten. Es dürfen keine „Streifen“ vergessen werden.

Temperatur bei Aussaat beachten

Rasensaatgut sollten Sie erst ausbringen, wenn die Bodentemperatur konstant über 10 Grad liegt. Das ist (je nach Region und aktueller Witterung) etwa ab Mitte April bis Anfang Mai der Fall. Generell können Sie eine Regeneration von etwa April/Mai bis in den Frühherbst durchführen. In den Sommermonaten sollten Sie unbedingt die Bewässerung sicherstellen. Als bevorzugte Monate sollten Sie für die Rasenregeneration das Frühjahr (April/Mai) und den Frühherbst (etwa Ende August bis Mitte September) wählen.

Austrocknung und Verschlämmung verhindern

Damit die Samen besser vor Verschlämmung und Austrocknung geschützt sind, wird die Fläche dünn abgedeckt.
Dafür eignet sich beispielsweise ein sandiger Mutterboden. Auf sehr leichten Böden muss nicht unbedingt ein Abdeckmaterial verwendet werden. Hier reicht ein Einharken meist aus.
Der Mutterboden sollte möglichst gleichmäßig aufgebracht werden. Dazu sind etwa 5 bis 7 Liter pro Quadratmeter einzurechnen. So werden auch eventuell vorhandene Samen in den Vertikutierrillen nicht zu dick abgedeckt. Der Samen darf maximal 1 cm abgedeckt sein. Zum Verteilen verwenden Sie am besten den Rücken einer Harke. Ein Anwalzen ist nicht notwendig: Da die Fläche anschließend bewässert wird, setzt sich die Erde und der sogenannte Bodenschluss wird erreicht.

Zu guter Letzt: Rasen wässern

Bei trockenen Verhältnissen sollten Sie mit einem Bedarf von 15 bis 20 Litern Wasser pro Quadratmeter rechnen. Bringen Sie nicht die ganze Menge auf einmal aus, sonst kommt es zu Verschlämmungen.
Als Rasenpflege-Maßnahme bei einem ansonsten gesunden Rasen empfehlen wir Ihnen unser YouTube-Video: