Wer sich für eine intensive Dachbegrünung entscheidet, der möchte einen blühenden Garten in luftiger Höhe erschaffen. Dafür muss man sich etwas mehr mit Aufbau und Details der Intensivbegrünung befassen. Lesen Sie, was es dabei zu beachten gibt.
© Federico Rostagno – stock.adobe.comEs gibt zwei unterschiedliche Bepflanzungsmethoden auf Dächern, dabei ist die intensive Dachbegrünung die aufwändigere und hochwertigere Art der Begrünung. Das Hauptmerkmal der intensiven Dachbegrünung ist der Gartencharakter, oft begehbar und mit hochwachsenden Pflanzen ausgestattet. Die Pflanzen gedeihen auf einer besonders dicken Substratschicht.
Man spricht bei intensiv begrünten Dächern deshalb häufig von Dachgärten, Erholungsoasen und Nutzgärten. Manche erschaffen diese Dachbegrünung, um zusätzliche eine Freizeitfläche mit Sitzmöbeln und Spielgeräten zu gestalten.
Als geeignete Dächer für eine intensive Begrünung gelten Flachdächer. Diese müssen wegen der größeren Pflanzen und der weiteren Gestaltungsmöglichkeiten besonders tragfähig sein. Das zu tragende Gewicht kann bei über 250 Kilogramm pro Quadratmeter liegen. Das Dach sollte zugänglich sein. Die intensive Dachbegrünung erfordert zudem eine gründliche Vorplanung.
Zur Planung einer Dachbegrünung gehören auch die Prüfung und gegebenenfalls die Erneuerung der Dachabdichtung, die Installation von Randstreifen und Windsogsicherung, eine funktionierende Entwässerung sowie der Schutz aller Lüftungsöffnungen.
Achtung: „Ein intensiv begrüntes Dach ist genehmigungspflichtig und muss von einem Statiker geprüft werden.“, sagt Friederike Hollmann-van Kempen, Architektin und Bauexpertin beim Verband Wohneigentum NRW. Ein Dach mit intensiver Begrünung ist entsprechend mit einem höheren Pflegeaufwand verbunden.
Wegen der höheren Kosten und Aufwänden sind laut Dachdeckerverband nur etwa 20 Prozent aller Gründächer in Deutschland intensiv bepflanzt.
Das hängt von zahlreichen Faktoren ab. Damit müssen Sie rechnen:
Kosten-Fazit: Verbindliche Aussagen über die gesamten Kosten sind nicht seriös zu treffen, da es von vielen individuelle Faktoren abhängig ist. Einige Quellen rechnen mit weit über 100 Euro pro Quadratmeter Dachfläche.
Tipp: Überprüfen Sie die Fördermöglichkeiten für ein Gründach. Viele Kommunen in NRW erstatten bis zu 50 Prozent der Kosten. Außerdem gibt es häufig steuerliche Vorteile bei den Hausnebenkosten – weil Kommunen entsiegelte Flächen und den nachhaltigen Umgang mit Regenwasser begünstigen. Ein Gründach erfüllt oftmals diese Anforderungen
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Auf einem intensiv begrünten Dach sind so gut wie alle Bepflanzungsarten wie in einem Garten möglich. Entsprechend sind auch Bäume oder gar ein Teich und Wege denkbar.
Zu den typischen Pflanzen gehören: Rasen, Sträucher, Stauden und Bäume. Hier ein paar gängige Pflanzen, die sich laut Dachbegrünungsspezialist „Optigrün“ als Intensivbepflanzung bzw. mit einer Aufbauhöhe mit Substratdicken von 25 – 40 Zentimeter gut eignen:
Stauden:
Gelb: Goldlauch, Ochsenauge, Johanniskraut, Milder Mauerpfeffer
Rosa: Kaukasischer Lauch, Hauhechel, Wilder Majoran, Berg-Thymian
Rot: Kugellauch, Blut-Storchschnabel, Hohes Herbst-Sedum, Teppich-Sedum
Weiß: Astlose Graslilie, Wilde Möhre, Sand-Nelke, Labkraut
Blau: Knäuel-Glockenblume, Scarbiosen-Flockenblume, Wegwarte, Ysop
Gräser: Zittergras, Dach-Trespe, Amethyst-Schwingel, Perlgras, Federgras
Gehölze: Felsenbirne, Wacholder, Kriechende Sandkirsche, Dünenrose, Zwerg-Weide
Laut Experten unterscheiden sich die Grund-Aufbauten von Gründächern nicht massiv voneinander. Lediglich die Tiefe der Substrate, sowie die Art der Pflanzen und die Wurzelschutzschicht sind bei der intensiven Dachbegrünung anders als bei der extensiven Form.
Aufbau intensive Dachbegrünung : Schema mit Pflanzhöhe und Arten

Wer einen bunt blühenden Garten auf dem Dach anlegt, der schafft eine Fläche von hohem ökologischem Wert. Diese bietet einen wichtigen Lebensraum für Flora und Fauna, sorgt für ein besseres Mikroklima und schafft eine hohe Fähigkeit zur Wasserspeicherung.
Vorteil 1: Sehr hohe Wasserspeicherkapazität. Auf Gründächern mit einer intensiven Bepflanzung werden rund 80 Prozent des Regenwassers gespeichert. Das ist deutlich mehr als bei einer weniger üppigen Bepflanzungsart. Die zurückgehaltenen Regenmengen landet dann nicht ungenutzt in der Kanalisation. Das schützt vor Überschwemmung und entlastet das städtische Kanalsystem.
Vorteil 2: Steuerliche Begünstigung. Viele Kommunen erlassen Steuern, wenn das Gründach Regenwasser speichert und wenn es im Prinzip wie ein Schwamm große Mengen an Starkregen aufsaugt. Außerdem gelten begrünte und entsiegelte Flächen als klimafreundlich und werden in den Hausnebenkosten begünstigt.
Vorteil 3: Große Gestaltungsmöglichkeit. Als Gartenfläche sind bei einem intensiv begrünten und begehbarem Dach auch Sitzmöbel, Schaukeln, Gewächshäuser bis hin zu Teichen realisierbar.
Vorteil 4: Obst- und Gemüseanbau ist hier möglich, damit ist eine Form der Selbstversorgung möglich.
Tipp: Wohneigentümer/-innen mit einem Gründach profitieren von Förderprorammen, die mitunter bis zu 50 Prozent der Kosten auffangen.
Gleich vorweg: Der Pflegeaufwand richtet sich nach der Art der Bepflanzung, aber die intensive Dachbegrünung erfordert mehr Pflege als es bei einer extensiven Form der Fall wäre.
Das heißt: Ein intensiv begrüntes Dach ist – ähnlich wie bei einem Garten – regelmäßig zu bewässern. Gerade in Trockenperioden und im Hochsommer brauchen die Pflanzen viel Wasser, mitunter mehrmals täglich. Wer viel Geld investieren kann, kann sich Bewässerungssysteme legen lassen.
Außerdem müssen die Pflanzen auf dem Gründach gedüngt und zurückgeschnitten werden. Das Laub sollte entfernt werden. Die Dachrinnen müssen ebenfalls regelmäßig von Schmutz, Ästen und Laub gereinigt werden.
Fazit: Die Pflege ähnelt einer normalen Gartenarbeit. „Eine Intensivdachbegrünung erfordert Einsatz und gärtnerisches Wissen“, sagt Philippe Dahlmann, Gartenberater beim Verband Wohneigentum.