Eichenprozessionsspinner im eigenen Garten!

Im vergangenen Jahr mussten viele Kommunen in NRW öffentliche Parks sperren. Grund war ein außerordentlich starker Befall der Eichen mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners. Auch in diesem Jahr muss mit einem Befall gerechnet werden. Doch was können Privatleute tun, wenn Bäume im eigenen Garten betroffen sind?

Extreme Nahaufnahme von Raupen des Eichenprozessionsspinners  © Herbert SCHWIND – stock.adobe.com
Raupen des Eichenprozessionsspinners 

Vorgehensweise bei Befall

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) befällt fast ausnahmslos Eichen-Arten. Probleme bewirken in erster Linie die Brennhaare der Raupen. Sie verursachen starken Juckreiz sowie Reizungen der Atemwege und Augen. Das für den Menschen kritische dritte Entwicklungsstadium (Ausbildung der Brennhaare) wird gegen Ende Mai/Anfang Juni erreicht, je nach klimatischer Situation auch eher. Bekannt ist der Eichenprozessionsspinner schon seit dem 18. Jahrhundert. Seit Mitte der 1990-er Jahre vermehrt sich die heimische Schmetterlingsart außerordentlich stark.

Eichenprozessionsspinner – Befall melden

In Deutschland gibt es aktuell noch keine Meldepflicht. Es ist Privatleuten sehr zu empfehlen, einen Befall zu melden. Die Zuständigkeiten sind in den Kommunen unterschiedlich geregelt. Meldestellen sind (je nach Kommune) das Umweltamt, Grünflächenamt, Gartenamt, Gesundheitsamt und/oder das Ordnungsamt.

Maßnahmen

  • Halten Sie sich von den betroffenen Pflanzen fern.
  • Benachrichtigen Sie Ihre Nachbarn über den Befall.
  • Ergreifen Sie keine eigenständigen Bekämpfungsmaßnahmen!
  • Halten Sie bei Wind die Fenster geschlossen.
  • Bei dicht am Haus stehenden Bäumen sollten Sie die Fenster bis zur abgeschlossenen Bekämpfung geschlossen halten.

Bekämpfung

  • Die Bekämpfungsmaßnahmen sind nur von Fachleuten durchzuführen.
  • Fachleute passen die Maßnahmen dem Entwicklungsstadium der Raupen an.
  • Einige Baumpflegebetriebe und Schädlingsbekämpfer nehmen auch die Beseitigung der Eichenprozessionsspinner vor.

Kosten

  • Die Kosten für Bekämpfungsmaßnahmen muss der Eigentümer selbst tragen.
  • Ein Teil der Bekämpfungskosten ist nach Paragraph 35a Einkommensteuergesetz steuerlich absetzbar, sofern sie für den eigenen Haushalt anfallen.
  • Absetzbar sind Lohn- und Anfahrtskosten.

Weitere Informationen zum Eichenprozessionsspinner (Sucheingabe) finden Sie unter:

www.umweltbundesamt.de

www.julius-kuehn.de