Kann man eine Wärmepumpe in einem Bestandsgebäude einbauen? Mitglieder unseres Verbandes wie Heiko Zündorf geben Ihr Praxiswissen zur Umrüstung auf eine Wärmepumpe im Bestand weiter. Der Wechsel auf eine klimafreundliche Heizung war für den Velberter nach weiteren energetischen Sanierungsmaßnahmen ein logischer Schritt. Ein Erfahrungsbericht zu Umrüstung, Finanzierung, Förderung und Lautstärke.
© Verband Wohneigentum NRWHeiko Zündorf hat in seinem Haus 2024 eine Wärmepumpe einbauen lassen – und sein Haus in den letzten knapp 20 Jahren immer weiter Stück für Stück energetisch saniert. Neue Fenster, Fassadendämmung, Dachsanierung und große PV-Anlagen wurden an seinem Haus in Velbert erneuert bzw. montiert.
Zu diesen Maßnahmen kam auch eine neue Heizung in Form einer Wärmepumpe hinzu. Auf den Austausch der Anlage hat sich Heiko Zündorf gut vorbereitet: „Ich habe circa ein halbes Jahr meine Heizung beobachtet, mir die Vorlauf-Temperaturen aufgeschrieben und geschaut, wie weit man die senken kann.“
Außerdem hat der Velberter eine Heizlastberechnung durchführen lassen, um die richtige Anlage für sein Eigenheim zu finden. Auf den Austausch der Heizungsanlage ist Heiko Zündorf durch ein lokales Klimaschutzprojekt in Velbert aufmerksam geworden. Im Rahmen einer Dachsanierung wurde ein individueller Sanierungsfahrplan erstellt, der die einzelnen Schritte der Sanierung und damit auch für den Austausch der Gas-Heizung aufzeigte.
Um die große Investition stemmen zu können, hat sich Heiko Zündorf von einem Installateur auch zu Förderprogrammen beraten lassen: „Es wurde wirklich Punkt für Punkt alles durchgegangen und die Förderung beantragt. Der Antrag wird online gestellt, innerhalb von einer halben Stunde war die Eingangsbestätigung da.“
Von den Gesamtkosten von 29.600 Euro hat der Bund als Förderung 12.870 Euro und die Stadt Velbert über ihr Förderprogramm 1.500 Euro übernommen. Am Ende blieb eine Investition von 15.230 Euro für die neue Wärmepumpe.
Doch das Investment macht sich bezahlt: „Für den Preis hätte ich die bisherige Gasbrennwerttherme nicht erneuern können. Zudem spare ich durch die Energie- und Kosteneffizienz der Wärmepumpe jedes Jahr circa 1.000 Euro“, erklärt Zündorf die Einsparungen.
Einen guten Tipp rund um die Fördermittel hat Heiko Zündorf noch: „Bei der Förderung sollte man bedenken, dass man in Vorleistung treten muss. Man sollte daher bei Bedarf mit seiner Hausbank sprechen. Die Banken sind mittlerweile darauf spezialisiert und wissen auch über die Abläufe Bescheid.“
Und auch der Einbau der Anlage funktionierte erstaunlich schnell. „Die gesamte Wärmepumpe wurde innerhalb von drei Tagen installiert. Später wurden noch die Heizungsventile getauscht und ein hydraulischer Abgleich der Heizung gemacht.“
Nach dem ersten Winter mit der Wärmepumpe ist Heiko Zündorf zufrieden: „Bisher habe ich es auf keinen Fall bereut. Im Haus ist es weiterhin sehr warm, genauso warm wie mit einer Gasbrennwerttherme. Und nach dem ersten vollen Jahr kann ich sagen, dass der Energieverbrauch allein durch die Wärmepumpe von ungefähr 24.000 Kilowattstunden Gas auf ca. 5.000 Kilowattstunden Strom zurückgegangen ist.“
Und noch einen positiven Effekt hat Heiko Zündorf wahrgenommen: „Obwohl meine Frau sehr geräuschempfindlich ist, hört man die Wärmepumpe bei Volllast nicht. Da wurden wir positiv überrascht.“
Tipp: Herr Zündorf und weitere Wärmepumpen-Praktiker/-innen berichteten in unserem Webinar vom 18.02.2026 von Ihren Erfahrungen. Die Aufzeichnung steht Mitgliedern kostenlos zur Verfügung und kann über folgendem Link aufgerufen werden: Wärmepumpen-Praxischeck 2026