Die Emschergenossenschaft und der Lippeverband sind zusammen für die Entwässerung und Abwasserreinigung in einem Einzugsgebiet mit über 3,6 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern zuständig. Das ist an sich schon keine leichte Aufgabe – der Klimawandel macht sie noch herausfordernder. Wie stellt sich Ihr Verband für die Zukunft auf?
Prof. Paetzel: Schon eine unserer wichtigsten Aufgaben als Wasserwirtschaftsverband – die Abwasserreinigung – wird aktuell immer anspruchsvoller. Wir müssen unsere Kläranlagen um tiefergehende Reinigungstechniken erweitern, damit auch Kosmetik oder Medikamentenreste aus dem Abwasser entfernt werden können. Immer wichtiger wird aber auch der Schutz vor Hochwasser. Damit haben wir bereits vor Jahrzehnten im Rahmen der Renaturierung der Emscher und weiterer Gewässer begonnen. In diesem Zuge sind neue Hochwasserschutzanlagen gebaut und Auenlandschaften angelegt worden. Wir beschäftigen uns als Verband aber auch damit, wie wir Privatpersonen bei der Klimaanpassung unterstützen können. Wie können wir dazu beitragen, dass Starkregenereignisse in den Städten abgemildert werden? Wie können wir die Entstehung von Hitzeinseln in Städten verhindern? Wie kann man mit blau-grünen Infrastrukturen das Mikroklima verbessern?