Solaranlage mieten oder kaufen: Was lohnt sich mehr?

Eine eigene PV-Anlage auf dem Dach kostet viel Geld. Wer die teure Solaranlage lieber mieten statt kaufen möchte, sollte jedoch aufpassen: Die meisten Mietmodelle bieten aus finanzieller Sicht mehr Nachteile als Nutzen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Solaranlage zu mieten ist eine bequeme und anfänglich günstige Möglichkeit, auf Solarstrom umzustellen.
  • Finanziell lohnt sich das allerdings nicht: Hauseigentümer zahlen für die gemietete Photovoltaik-Anlage am Ende deutlich mehr als bei einem Kauf.
  • Vorteile bieten die Zusatzleistungen: Bei der Solaranlage zur Miete kümmern sich die Anbieter um Planung, Anmeldung und Wartung.
  • Anbieter unterscheiden sich z. B. bei Laufzeiten und inkludierten Leistungen. Vor Vertragsabschluss sollten Sie mehrere Angebote einholen und sorgfältig abwägen.
Geld liegt auf einer gemieteten Solaranlage.  © alphaspirit – stock.adobe.com
Wenn Sie eine Solaranlage mieten möchten, ist das in der Regel mit höheren Kosten verbunden, als wenn Sie sich die Anlage direkt selber kaufen würden. 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Solaranlage zu mieten ist eine bequeme und anfänglich günstige Möglichkeit, auf Solarstrom umzustellen.
  • Finanziell lohnt sich das allerdings nicht: Hauseigentümer zahlen für die gemietete Photovoltaik-Anlage am Ende deutlich mehr als bei einem Kauf.
  • Vorteile bieten die Zusatzleistungen: Bei der Solaranlage zur Miete kümmern sich die Anbieter um Planung, Anmeldung und Wartung.
  • Anbieter unterscheiden sich z. B. bei Laufzeiten und inkludierten Leistungen. Vor Vertragsabschluss sollten Sie mehrere Angebote einholen und sorgfältig abwägen.

Solaranlage mieten – Wie funktioniert das?

Das Prinzip ist einfach: Der Anbieter stellt Ihnen für 15 bis 20 Jahre eine Solaranlage zur Verfügung und erhebt dafür eine monatliche Mietgebühr. Er kümmert sich um die Montage und teilweise um die Wartung, außerdem übernimmt er Zusatzleistungen wie Planung, Versicherung und Anmeldung beim Strombetreiber. Nach Ablauf der Vertragszeit entscheiden Sie, ob Sie die PV-Anlage zum (symbolischen) Restwert kaufen oder abbauen lassen.

Praktisch: Auch beim Mietmodell stehen Ihnen die Erträge der Photovoltaik-Anlage zur Verfügung. Sie können den erzeugten Strom einer gemieteten Solaranlage selbst nutzen und/oder gegen Vergütung einspeisen.

So kann die Miete einer Solaranlage ablaufen:

  1. Anfrage beim Anbieter
  2. Anbieter prüft Voraussetzungen (Dachfläche, Neigung, Ausrichtung etc.) und erstellt auf dieser Grundlage ein Angebot.
  3. Klärung der Details zum Mietvertrag wie Laufzeit, zusätzlicher Stromspeicher, vorzeitige Beendigung etc.; anschließend unterzeichnen Sie den Mietvertrag. Eine Anzahlung ist in der Regel nicht nötig.
  4. Anbieter plant und installiert die PV-Anlage. Zudem erfüllt er rechtliche Vorschriften wie die Registrierung im Marktstammdatenregister.
  5. Erst nach Abschluss der Installation zahlen Sie die vereinbarte Miete und können nun die Anlage in vollem Umfang nutzen; notwendige Wartung und Reparaturen übernimmt meist der Anbieter.
  6. Wenn die Laufzeit endet, können Sie – je nach Vertrag – das Mietverhältnis verlängern oder die Solaranlage zum Restwert (häufig nur ein symbolischer Beitrag von 1 Euro) kaufen oder abbauen lassen.

Bei einigen Anbietern können Sie zusätzlich zur eigenen oder gemieteten Solaranlage einen Batteriespeicher mieten. Dafür fällt eine höhere Miete an, allerdings erhöht sich auch der Eigenverbrauch.

Solaranlage mieten, pachten oder leasen – Wo sind die Unterschiede?

Begriffe wie Miete, Pacht und Leasing werden bei Solaranlagen meist synonym verwendet. Formal gesehen gibt es jedoch kleine Unterschiede, die unter Umständen wichtig werden können:

  • Solaranlage pachten: Genau genommen können Sie nur dann den Stromertrag gegen Vergütung einspeisen, wenn Sie eine Solaranlage pachten. Denn per Definition stehen die Erträge des gepachteten Gegenstands dem Pächter zu – anders als beim Mietmodell. In der Regel ist dies jedoch auch bei gemieteten Photovoltaik-Anlagen möglich; im Alltag nutzen viele den geläufigeren Begriff „Solaranlage mieten“, obwohl es eigentlich „pachten“ heißen sollte.
  • Solaranlage leasen: Das Leasing einer Solaranlage ähnelt Miet- und Pachtmodellen. Mitunter beinhalten Leasingverträge jedoch keine Zusatzleistungen wie Wartung, Reparatur oder Versicherung. Hier lohnt es sich, die Anbieterkonditionen genau zu prüfen. Solaranlagen zum Leasen kommen überwiegend im gewerblichen Bereich vor.
  • Solaranlage als Mietkauf: Der Mietkauf bei PV-Anlagen entspricht klassischen Miet- bzw. Pachtmodellen – mit der Besonderheit, dass Mieter die Solaranlage auf Wunsch nach einer gewissen Zeit (z. B. nach sechs Monaten, zwei Jahren, zehn Jahren) abkaufen können. Teils werden die geleisteten Mieten anteilig angerechnet.

Vorteile einer gemieteten Solaranlage

Die Details der Vermietung können die Anbieter individuell regeln. Üblicherweise ergeben sich jedoch folgende Vorteile, wenn Sie eine Solaranlage mieten:

  • Kein Eigenkapital erforderlich
  • Feste monatliche Kosten: Bei Vertragsabschluss stehen bereits die Gesamtkosten fest; es gibt weder unkalkulierbare Ausgaben für Wartung/Reparatur noch Aufschläge durch Inflation/Strompreiserhöhungen
  • Rundum-Service: Anbieter kümmert sich um Auswahl, Installation und Versicherung sowie den technischen Support während der Mietdauer
  • Kein bürokratischer Aufwand: Anbieter übernimmt Anmeldung bei Netzbetreiber und Bundesnetzagentur

Nachteile beim Solaranlagen-Mietmodel

Wer eine Solaranlage mietet, muss mit diesen Nachteilen rechnen:

  • Insgesamt höhere Kosten als beim direkten Kauf
  • Lange Vertragslaufzeit; problematisch bei Verkauf, im Erbfall oder bei baulichen Veränderungen
  • Geringe Flexibilität: Änderungen (Vertragsanpassungen, vorzeitiges Mietende) sind nicht möglich bzw. mit höheren Kosten verbunden
  • Anbieterbindung: Bei nachträglichen Erweiterungen, z. B. Anschaffung von Stromspeicher oder Wallbox, sind Sie auf das Angebot Ihres Solar-Vermieters beschränkt.
  • Keine Wertsteigerung der Immobilie während der Mietdauer

Welche Kosten fallen beim Mieten einer Solaranlage an?

Wer eine Solaranlage mieten will, muss mit Kosten ab ca. 100 Euro pro Monat für eine kleine Anlage rechnen. Für sehr kleine Photovoltaik-Anlagen beginnt die Miete bei 50 Euro, für leistungsstärkere Anlagen können die Preise bis auf 300 Euro pro Monat steigen.

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Solaranlage mieten oder kaufen: Was ist besser?

Wichtige Vorteile einer gemieteten Solaranlage bestehen im geringen Verwaltungsaufwand und im technischen Support. Somit kann sich die PV-Anlage zum Mieten lohnen, wenn Sie keine zusätzliche Arbeit haben möchten. Auch Wohneigentümer, die vor den hohen Anschaffungskosten zurückschrecken, können mit dem Mietmodell niederschwellig in die Solarenergie einsteigen.

In den meisten Fällen ist jedoch der Kauf einer Solaranlage die bessere Option – vor allem aus finanzieller Sicht. Zudem profitieren Sie dabei von mehr Flexibilität als bei einem Mietvertrag über zwei Jahrzehnte. Die inkludierte Wartung im Mietmodell bietet oft nur geringe Vorteile, da PV-Anlagen in der Regel wartungsarm und langlebig sind.

Tipp: Alternativ können Sie Ihre Solaranlage über einen Kredit finanzieren. Häufig ist dies trotz Zinsen günstiger als eine Miet-Solaranlage. Zudem profitieren Sie von mehreren Vorteilen: Möglichkeit der staatlichen und regionalen Förderung sowie Flexibilität bei der Anlage (Auswahl, Größe, nachträgliche Anpassung) und der Finanzierung (Sondertilgungen).

Lohnt es sich, eine Solaranlage zu mieten?

Aus wirtschaftlicher Sicht lohnt sich das Mietmodell bei PV-Anlagen meistens nicht. Auf die Gesamtlaufzeit gesehen übersteigt die Miete sowohl die Anschaffungs- und Betriebskosten als auch die Stromkosten, die Ihnen ohne Solaranlage entstehen würden. Erst nach Ende der Vertragslaufzeit – also: wenn die Miete wegfällt – profitieren Sie finanziell.

Abseits des finanziellen Aspekts haben Sie mit einer gemieteten Photovoltaik-Anlage jedoch ähnliche Vorteile wie beim Kauf: günstige Stromproduktion, mehr Unabhängigkeit vom Strommarkt sowie Beitrag zum Umweltschutz. Wenn Kaufen für Sie keine Option ist, kann sich eine Solaranlage zur Miete daher durchaus lohnen.

Gut zu wissen: Auch eine gemietete Solaranlage erfüllt die Solardachpflicht in NRW.

Was passiert mit der gemieteten Solaranlage bei einem Verkauf?

Üblicherweise enthält der Mietvertrag zur Solaranlage eine Regelung, was bei einem Verkauf oder im Erbfall mit der Anlage geschieht. Bei vielen Anbietern haben Sie diese Optionen:

  • Der Käufer übernimmt den Vertrag zu denselben Konditionen.
  • Sie beenden das Mietverhältnis gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung. Deren Höhe hängt von der verbleibenden Laufzeit ab.
  • Falls angeboten: Sie kaufen die PV-Anlage zum Restwert ab. Die Anlage gehört dann Ihnen; Sie können sie mit der Immobilie verkaufen.

Sollte der Anbieter hingegen den neuen Käufer als Vertragspartner ablehnen, haben Sie unter Umständen ein Sonderkündigungsrecht: Sie können den Vertrag ohne finanzielle Verluste beenden.

Beachten Sie: Anders als eine gekaufte Anlage trägt eine gemietete Solaranlage nicht automatisch zur Wertsteigerung der Immobilie bei. Vielmehr kann eine langfristige Vertragsbindung auf Interessenten abschreckend wirken bzw. sich nachteilig auf den Kaufpreis auswirken.

Worauf muss ich achten, wenn ich eine Solaranlage miete?

Die Details der Leistungen unterscheiden sich teils deutlich. Bevor Sie den Mietvertrag unterschreiben, sollten diese Aspekte geklärt sein:

  • Wirtschaftlichkeit: Bietet die gemietete Solaranlage finanzielle Ersparnisse gegenüber dem Strombezug aus der Steckdose?
  • Gesamtkosten: In der Regel gilt der Nullsteuersatz für PV-Anlagen auch auf gemietete Anlagen (ausgenommen Serviceleistungen, die ca. 10 % der Gesamtmiete ausmachen). Wurde das in der Kalkulation berücksichtigt?
  • Zusätzliche Kosten, z. B. Servicegebühr oder Kostenumlage für den Zählertausch, sind im Idealfall nicht vorgesehen
  • Inkludierte Leistungen: Beratung und Planung, ggf. Tausch des Stromzählers, Montage, Abschluss, Versicherung, Wartung und Reparaturen sowie Austausch von Wechselrichter und ggf. Speicher
  • Regelungen zu Ersatzteilen: Ist z. B. auch ein wiederholter Tausch des Wechselrichters oder Batteriespeichers inbegriffen?
  • Laufzeit: Je nach Anbieter sind Laufzeiten zwischen 10 und 25 Jahren möglich; zusätzlich besteht manchmal die Option einer Verlängerung.
  • Mietbeginn: Die Miete sollte erst ab dem Zeitpunkt des Netzanschlusses fällig werden.
  • Einspeisevergütung: Wer erhält sie?
  • Vorzeitiges Mietende: Zu welchen Bedingungen ist das möglich? Was passiert bei Zahlungsausfall?
  • Vertragsende: Zu welchem Wert können Sie die Photovoltaik-Anlage abkaufen? Alternativ: Wer zahlt die Kosten für Demontage, falls Sie die Anlage nicht übernehmen?

Gut zu wissen: Einige Anbieter werben mit großen Einsparungen und einer schnellen Amortisation. Vermeintliche Kostenvorteile entstehen jedoch oft aus unrealistisch angesetzten Parametern wie Strompreishöhe, Eigenverbrauchsquote, Nutzungsdauer und Einspeisevergütung. Prüfen Sie auch diese Berechnungen sorgfältig, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben.

Häufige Fragen rund ums Mieten einer Solaranlage

Welche Anbieter für Solaranlagen zur Miete gibt es?

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