Achtung Abzocker: Wenn der Kammerjäger Wucherpreise verlangt

Vor allem im Sommer stehen bei den Kammerjägern die Telefone nicht mehr still: Aggressive Wespen machen dann so manchem Haus- und Gartenbesitzer das Leben schwer. Doch Vorsicht: Wo Not herrscht, sind Betrüger nicht weit. Bei uns erfahren Sie, wie hoch die üblichen Kosten sind, wie Sie seriöse Anbieter erkennen und was zu tun ist, wenn Sie auf Abzocker hereingefallen sind.

Schädlingsbekämpfer sprüht Insektenspray in einen Baum  © bittedankeschön – stock.adobe.com
Schädlingsbekämpfung: Ohne triftigen Grund dürfen Wespennester nicht zerstört werden.  

Wespen können lästig sein. Besonders im Hochsommer, wenn die Tiere für ihren Nachwuchs Nahrung heranschaffen müssen. Kaum hat man es sich bei Kaffee und Kuchen auf Balkon oder Terrasse gemütlich gemacht, schwirren sie schon in Scharen heran.

Wespen stehen unter Naturschutz

Das Wichtigste vorweg: Wespen stehen unter Naturschutz. Ohne triftigen Grund dürfen Wespennester nicht zerstört werden. Nur wenn Allergiker oder Kinder gefährdet sind, wird ein seriöser Kammerjäger zu drastischen Maßnahmen greifen. Sind die Nester gut zu erreichen oder lässt sich das Problem auf andere Weise (vielleicht durch Fliegengitter) lösen, wird ein Kammerjäger eher eine sanften Methode wählen. Entweder siedelt er die Tiere um oder gibt Ratschläge, wie sich das Problem eindämmen lässt.

Kosten im Vorfeld klären

Die Kosten für eine Wespen-Bekämpfung liegen je nach Region zwischen 80 und 150 Euro. Doch Vorsicht: Hinter so manch einem „Wespennotdienst“ stecken Betrüger. Sie arbeiten mitunter schlampig, missachten Gesetze oder verlangen horrende Preise für ihre stümperhafte Arbeit.
Bevor Sie einen Auftrag erteilen, klären Sie ausführlich die anfallenden Kosten – vorzugsweise lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag erstellen. Die Kosten für den Einsatz eines Kammerjägers können selbstverständlich variieren. Sie sind z.B. von der Erreichbarkeit der Nester abhängig. Werden sehr hohe Preise verlangt oder ausweichende Antworten gegeben – Vorsicht! Dieser Kammerjäger gehört wohl nicht zur seriösen Zunft.

Daran erkennen Sie seriöse Kammerjäger:

  • Ein vertrauenswürdiger Schädlingsbekämpfer erstellt eine Rechnung und wird nie versuchen, direkt vor Ort Bargeld zu kassieren.
  • Viele Kammerjäger sind Mitglied in einem seriösen Verband, wie etwa dem Deutschen Schädlingsbekämpfer Verband e.V. (DSV).
  • Ein seriöser Kammerjäger gibt vorab bereitwillig Auskunft über die zu erwartenden Kosten.
  • Gute Schädlingsbekämpfer beachten den Umweltschutz und vermeiden das Töten der Tiere.
  • Im Internet können über eine Whitelist seriöse Anbieter gefunden werden.

Was tun, wenn es zu spät ist?

Sind Sie dennoch auf einen Betrüger hereingefallen, gilt: Nicht unter Druck setzen lassen. Und vor allem: Nicht gleich bar bezahlen. Ist das Geld erst einmal weg, wird es schwer, dieses wiederzubekommen. Bestehen Sie auf Zahlung per Rechnung. Prüfen Sie das Angebot. Legen Sie unter Umständen Widerspruch ein. Bei allzu deutlichem Betrug sollten Sie zudem Anzeige erstatten.

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