Erfahrungsbericht: Eine Wärmepumpe im unsanierten Altbau lohnt sich Mitglieder geben Einblicke in Ihre energetische Sanierung

Eine Wärmepumpe im Bestandsgebäude – geht das überhaupt? Diese Frage stellen sich viele Wohneigentümer. Engagierte Mitglieder zeigen in Erfahrungsberichten, wie der Umstieg auf eine Wärmepumpe gelingen kann – und dass er sich lohnt. Das Ehepaar Karla und Wilhelm Illing profitiert inzwischen von niedrigen Betriebskosten, Förderprogrammen bei der Anschaffung und einer zukunftssicheren Heiztechnik.

Mitglied Wilhelm Illing steht im Heizungskeller vor seiner neu eingebauten Wärmepumpe  © Verband Wohneigentum NRW
Wilhelm Illing steht im Heizungskeller seines unsanierten Einfamilienhauses vor der neu eingebauten Wärmepumpe. 

„Willst du dir nicht auch eine Wärmepumpe anschaffen?“ Was mit einer einfachen Frage begann, hat sich für Karla und Wilhelm Illing längst zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Das Ehepaar wohnt seit vielen Jahren in einem 1938 erbauten Einfamilienhaus an der Stadtgrenze von Oberhausen zu Mülheim an der Ruhr. Vor knapp drei Jahren kam ein Energieberater aus der Nachbarschaft auf die Illings zu und schlug einen Heizungswechsel vor.

„Nachdem uns unser Nachbar alles rund um die Wärmepumpe erklärt hatte, war es für uns eine leichte Entscheidung“, erinnert sich Wilhelm Illing. Seine Frau ergänzt: „Wir hatten uns schon einmal nach der Installation unserer PV-Anlage damit beschäftigt, auf eine Wärmepumpe umzurüsten, das Thema aber nicht weiterverfolgt.“

Einbau in Bestandsgebäude problemlos möglich

„Und auch der Einbau war kein Problem“, erklärt Wilhelm Illing. „In nur fünf Tagen war der Um- und Einbau fertig. Auf den Anschluss durch die örtlichen Stadtwerke mussten wir länger warten.“

Und auch finanziell lohnt sich der Umstieg für Karla und Wilhelm Illing. Und das, obwohl das Zechenhaus der Illings mit dem Baujahr 1938 vor Einbau der Wärmepumpe nicht erst aufwändig energetisch saniert wurde. Zwar wurden die Fenster bereits 2018 getauscht und sind daher auf einem aktuellen Stand. Das Dach wurde aber zuletzt Anfang der 90er-Jahre angepackt, die Fassade ist noch ungedämmt. Auch die alten Heizkörper konnten weitergenutzt werden, eine Fußbodenheizung gibt es im Haus nicht.

„Die gesamte Wärmepumpe hat 30.450 Euro gekostet. Davon wurden knapp 13.000 Euro gefördert, sodass wir gut 17.450 Euro selbst zahlen mussten“, berichtet das Ehepaar. Das ist immer noch eine ordentliche Summe, die aufgebracht werden muss. Aber Wilhelm Illing weiß: „Die Zahlen für den Betrieb sind super positiv.“

Große Einsparungen durch gesenkten Energiebedarf

Die Illings konnten durch die Wärmepumpe den Energieeinsatz für ihr Haus um fast 80 Prozent senken. Ohne Wärmepumpe benötigten sie mit der alten Gas-Heizung in den Vorjahren für ihr Haus durchschnittlich fast 29.000 Kilowattstunden. Die Wärmepumpe der Illings verbrauchte seit dem Einbau gut 6.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr – und wandelte diese in fast 18.000 Kilowattstunden Wärme um.

Wilhelm Illing erklärt begeistert: „Wir sparen mit der Wärmepumpe 3.000 Euro pro Jahr. Das heißt, unsere Investitionskosten haben sich nach sechs Jahren amortisiert.“ Zugegeben: Diese enorme Ersparnis können die Illings nur durch einen äußerst günstigen Mitarbeiterstromtarif realisieren. Aber auch bei aktuellen Marktkonditionen würde sich die Wärmepumpe rechen: Statt jährlich 3.300 Euro für Gas werden gut 1.900 Euro für den Wärmepumpenstrom fällig - eine
Ersparnis von 1.400 Euro pro Jahr.