Die Bundesnetzagentur hat 2023 festgestellt, dass in einigen Wechselrichtern die gesetzlich vorgeschriebene Schutzvorrichtung fehlt. Für diese Balkonkraftwerke erlischt damit formal gesehen die Betriebserlaubnis. Auch wenn laut Experten kein akutes Sicherheitsrisiko besteht, müssten die betroffenen Geräte vom Netz genommen werden. Dazu hat die Bundesnetzagentur die Betreiber der Geräte aufgefordert.
Vor allem geht es dabei um Wechselrichter der chinesischen Firma Deye (u.a. SUN 600 G3 sowie SUN 300 G3). Allerdings ist inzwischen bekannt, dass auch die Wechselrichter von Bosswerk (hier die Modelle MI-300 und MI-600) betroffen sind. Eine umfassende Liste aller betroffenen Hersteller gibt es bislang noch nicht.
Für die baugleichen Wechselrichter beider Hersteller können Betroffene bei Deye ein Nachrüstmodul (von der Bundesnetzagentur zertifiziert) bestellen. Das Nachrüstset soll den Kunden laut Angaben der Firma Deye kostenlos zugeschickt werden.
Auch die Firma Anker hat die Wechselrichter des Modells MI60 zurückgerufen und bietet Kunden einen kostenlosen Austausch an. Das gleiche gilt für Balkonkraftwerke des bei Aldi vertriebenen Herstellers Solovoltaik – auch er bietet kostenlose Austauschgeräte für die betroffenen Wechselrichter an.
Aber auch weitere Hersteller können von der Sicherheitspanne betroffen sein – im Zweifelsfall müssen sich Kunden direkt an den Hersteller wenden.
Das fehlende mechanische Relais soll eigentlich vor Stromschlägen oder Überspannung schützen – z. B. im Falle eines Stromausfalls oder beim Ziehen des Gerätesteckers. Da die Geräte zusätzlich mit einem weiteren Schutzmechanismus versehen sind, geht von ihnen aber keine akute Gefahr aus. Die Geräte schalten laut Experten zuverlässig ab.
Wenn bei Ihrem Wechselrichter die vorgeschriebene Abschalteinrichtung fehlt, ist das ein Sachmangel. Als Käufer haben Sie in diesem Fall das Recht, die Ware zurückzugeben oder Ersatz zu fordern.