© Verband Wohneigentum NRW e.V.Barrierearm wohnen: Das Zuhause rechtzeitig fit für die Zukunft machen
Friederike Hollmann-van Kempen, Bauberaterin im Verband Wohneigentum NRW, zeigt im Interview Maßnahmen für ein barrierearmes Haus auf und welche…

Dipl.-Ing. Architektin
Wer einen Hauseingang barrierefrei gestalten möchte, steht vor einer umfangreichen Aufgabe: Steigungen, Treppen, Rampen und Mindestbreiten spielen eine große Rolle beim barrierefreien Umbau. Da gilt es, vorausschauend zu planen und den Überblick zu behalten.
© U. J. Alexander – stock.adobe.comEin barrierefreier Hauseingang umfasst eine Vielzahl an Kriterien, die zur Barrierefreiheit beitragen. Es beginnt bei kleinen Maßnahmen wie z. B. einem zusätzlichen Handlauf, kann aber auch eine vollständige Umgestaltung von Eingangsbereich und Haustür bedeuten.
Welche Umbauten Sie an Ihrem Hauseingang vornehmen, hängt in erster Linie von Ihren persönlichen Wünschen und Bedürfnissen ab. Häufige Maßnahmen betreffen beispielsweise:
Tipp: Falls die vorhandenen Bedingungen einen barrierefreien Hauseingang erschweren, lässt sich vielleicht ein anderer Zugang barrierefrei umbauen. Unter Umständen bieten z. B. Terrassentüren, Seiteneingänge und sogar Fenster bessere Voraussetzungen für die Barrierefreiheit.
Laut der DIN 18040-2 – der Norm für Barrierefreiheit im Wohnungsbau – ist ein Zugang barrierefrei, wenn ihn alle Menschen auch mit körperlichen Beeinträchtigungen sicher und ohne fremde Hilfe benutzen können. Dazu muss er bestimmte Vorgaben erfüllen, insbesondere im Hinblick auf
Dazu enthält die Norm zahlreiche, sehr konkrete Empfehlungen, etwa zum maximalen Gefälle von Rampen oder der Mindestbreite von Wegen. Diese Vorgaben sind jedoch für private Ein- und Zweifamilienhäuser nicht bindend. Sie können sich bei der Gestaltung Ihres barrierefreien Hauseingangs daran orientieren, aber auch bei Bedarf davon abweichen.
Türschwellen stellen für rollende Hilfsmittel oft ein lästiges Hindernis dar. Bei vorhandenen Eingangstüren sind sie jedoch häufig für Wärme- und Witterungsschutz unerlässlich und können nicht einfach entfernt werden. Praktische Lösungen und Alternativen finden Sie im Artikel „Barrierefreiheit bei Türen“.
Oft liegen Hauseingänge etwas höher als der Vorgarten oder die Zufahrt. Um aus der klassischen Eingangstreppe einen barrierefreien Hauseingang zu gestalten, haben Sie verschiedene Optionen:
Gut zu wissen: Rampen sind nicht immer die bessere Lösung, da auch die Steigung beschwerlich sein kann. Mitunter sind Treppen auch bei Gehbehinderungen leichter zu bewältigen. Sie bieten weniger Rutschgefahr und dafür mehr Stabilität durch ebene Flächen. Im besten Fall kombinieren Sie beide Optionen.
Den größten Komfort bietet eine gemauerte Rampe mit einem möglichst geringen Gefälle. Meist preisgünstiger und unaufwändiger sind z. B. fest installierte Flächenrampen oder modulare Rampensysteme, die Sie bei Bedarf wieder entfernen können.
Bei der Planung sollten Sie diese Aspekte bedenken:
Die erforderliche Länge hängt vor allem von dem Höhenunterschied ab, den die Rampe überbrücken soll. Je nach Art der Nutzung sollte die Rampe zudem nur ein Gefälle von etwa 6 bis maximal 20 % haben.
Zusammen mit der Schwellen- oder Stufenhöhe ergibt sich daraus eine Mindestlänge. Die Formel lautet: Höhenunterschied x 100 ÷ gewünschte Steigung. Beispiel:
Oder andersherum: Mit einem Gefälle von 6 % können Sie pro Meter 6 cm Steigung ausgleichen. Ein Gefälle von 20 % überbrückt 20 cm Höhenunterschied.
Ein barrierefreier Hauseingang umfasst mehr als einen stufenlosen Zugang oder eine Mindestbreite der Eingangstür. Wichtige Aspekte für Ihre Planung sind z. B. auch:
Wichtig: Bevor Sie sich an den Umbau machen, sollten Sie einen Blick in den Bebauungsplan und die örtliche Gestaltungssatzung werfen. Dort finden sich mitunter kommunale Vorgaben zur äußeren Gestaltung und den Materialien. Für einige Maßnahmen, etwa die Verbreiterung der Haustür, ist zudem in NRW eine Baugenehmigung erforderlich.
Die Kosten für einen barrierefreien Hauseingang hängen von den vorhandenen Gegebenheiten und den Anforderungen ab. Mobile Rampen erhalten Sie oft schon für wenige hundert Euro. Stehen hingegen Mauerarbeiten am Eingangsbereich und der Fassade an, kommen leicht vier- bis fünfstellige Summen zusammen. Kostenfaktoren sind:
Bei ärztlicher Verordnung übernimmt die Krankenkasse bis zu 100 % der Kosten für eine mobile Rampe. Für einen barrierefreien Hauseingang können Sie unter Umständen einen Zuschuss der Pflegekasse beantragen. Darüber hinaus bezuschussen bundesweite und regionale Förderprogramme den barrierefreien Umbau – mehr dazu bei der NRW-Bank.
Tipp: Nicht übernommene Kosten für den barrierefreien Hauseingang können Sie zumindest anteilig von der Steuer absetzen, z. B. als Handwerkerleistungen oder als außergewöhnliche Belastungen. Voraussetzungen und Höchstsätze finden Sie in unseren „Steuertipps für Eigentümer“.
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Dipl.-Ing. Architektin